NJG12-23
1931
Über die Parallelverwachsung von Tysonit und Bastnäist
12
1, 2, 3, 4
459-468

Der Tysonit wurde zum ersten Mal von O.D. Allen und W.J. Comstock beschrieben. Das von ihnen benutzte Material stammte von Pikes Peak in Colorado und bestand wesentlich aus zwei Mineralien. Das eine Mineral erwies sich als mit dem aus Schweden bekannten Bastnäsit - (Ce, La, - -) FCO8 - identisch, während das zweite die Zusammensetzung (Ce, La, - -)F8 zeigte und als neue Spezies erkannt wurde. Der Tysonit bildete immer die Kernpartien größerer Stücke; die äußeren Partien dieser Stücke sowie die ganze Substanz der kleineren Kristalle und Fragmente bestanden aus Bastnäsit. Der Tysonit war im mer mit dem Bastnäsit fest verwachsen; die Grenze zwischen den beiden Mineralien war überall scharf aber unregelmäßig. Das ganze Material zeigte, daß der Bastnäsit zweifellos aus dem Tysonit entstanden ist, und daß der Prozeß der Umwandlung an der Oberfläche des Tysonits anfängt, wie es auch zu erwarten ist, da ja diese Um wandlung durch irgend eine Einwirk ung von Kohlensäure bedingt ist. - Eine eingehendere k ristallographische Untersuchung des Materials von Pikes Peak wurde von E.S. Dana ausgeführt. Dabei waren freilich nur wenige meßbare Kristallflächen vorhanden. Dana behauptet, daß sämtliche von ihm untersuchten Bastnäsitkristalle Pseudomorphosen nach Tysonit seien, daß also sämtliche beobachtete Kristallflächen eigentlich dem Tysonit angehören. Er findet, daß der Tysonit hexagonale . Kristalle mit dem Achsenverhältnis 0.6868 bildet. (Ob Dana für seine Messungen auch frische Tysonitkristalle verwendet hat, geht aus seiner Mitteilung nicht hervor.) Für den Bastnäsit gilt nach R. Koechlin das Achsenverhältnis 0.67986. Diese beiden Achsenverhältnisse stimmen so nahe überein, daß man sehr wohl vermuten könnte, der Bastnäsit sei bisher überhaupt nur als Pseudomorphosen nach Tysonit beobachtet worden. Tatsächlich wird diese Ansicht von Dana und auch anderen für richtig gehalten. Dagegen behaupten R. Koechlin und A. Lacroix Bastnäsitkristalle mit eigenen Formen beobachtet zu haben. Lacroix hält es sogar für wahrscheinlich, daß die von Dana für den Tysonit angegebenen Formen in Wirklichkeit dem Bastnäsit zukommen. Eine eindeutige Lösung dieser Fragen konnte nicht gebracht werden. Auf Grundlage seiner Untersuchungen hält R. Koechlin es jedoch für wahrscheinlich, daß sowohl echte Bastnäsitformen als echte Tysonitformen beobachtet worden sind, daß also zwischen den Kristallformen von Tysonit und Bastnäsit sehr nahe Beziehungen bestehen. - In Stücken, welche teils aus Tysonit, teils aus Bastnäsit bestehen, haben die beiden Mineralien genau die gleiche Orientierung; sowohl die Basisflächen als die mit 1010 bezeichneten Spaltprismen sind einander genau parallel.

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